Die Küche ist bei fast jedem Umzug das aufwendigste Einzelstück. Sie besteht aus Dutzenden Teilen, ist fest mit Wasser, Strom und manchmal Gas verbunden und muss in der neuen Wohnung in einen Raum passen, der ganz andere Maße hat. Kein Wunder, dass viele unserer Kunden bei der ersten Besichtigung fragen: Sollen wir die Küche überhaupt mitnehmen?
Manchmal lautet die ehrliche Antwort: nein. Wenn die alte Küche nicht passt oder einfach in die Jahre gekommen ist, kann eine fachgerechte Entsorgung durch einen Dienstleister wie Elfenstein Service aus Berlin die bessere Wahl sein. Wenn die Küche aber mit soll, zeigen wir Ihnen in diesem Beitrag, wie der Umzug Schritt für Schritt abläuft und worauf Sie achten müssen, damit am Ende alles wieder passt und funktioniert.
Mitnehmen, verkaufen oder zurücklassen?
Bevor Sie über Abbau und Transport nachdenken, sollten Sie diese Grundsatzfrage klären. Drei Faktoren sind dabei entscheidend: das Alter und der Zustand der Küche, die Maße des neuen Raums und die Lage der Anschlüsse. Eine hochwertige, relativ neue Küche lohnt sich fast immer mitzunehmen. Bei einer zwanzig Jahre alten Küche, deren Fronten schon aufquellen, sieht die Rechnung anders aus.
Messen Sie den neuen Küchenraum genau aus, inklusive Fenster, Türen, Heizkörper und der Position von Wasser- und Stromanschlüssen. Passt die Küche nicht exakt, sind Anpassungen nötig: neue Arbeitsplatte, zusätzliche Unterschränke oder das Weglassen einzelner Elemente. Das kann schnell teuer werden. Manchmal ist es günstiger, die Küche dem Nachmieter gegen eine Ablöse zu überlassen und in der neuen Wohnung neu zu planen.
Sprechen Sie in diesem Fall frühzeitig mit Ihrem Vermieter. Nicht jeder Vermieter ist einverstanden, dass eine Küche in der Wohnung bleibt, und manche Mietverträge verlangen ausdrücklich den Rückbau in den ursprünglichen Zustand. Halten Sie eine Vereinbarung mit dem Nachmieter über die Ablöse schriftlich fest, mit Preis, Liste der Geräte und Zustand. Und bleiben Sie beim Preis realistisch. Eine gebrauchte Küche verliert schnell an Wert, auch wenn sie für Sie noch wie neu aussieht. Ein fairer Betrag führt meistens schneller zu einer Einigung als ein zu hoch angesetzter.
Gute Planung: Maße, Fotos und ein Aufbauplan
Wenn die Küche mitkommt, beginnt der Umzug schon Wochen vorher mit dem Maßband. Zeichnen Sie einen einfachen Grundriss der neuen Küche und überlegen Sie, wo welches Element stehen soll. Beachten Sie dabei vor allem die Position der Spüle, denn die muss in der Nähe des Wasseranschlusses stehen, und die des Herdes, der einen passenden Stromanschluss braucht.
Fotografieren Sie die bestehende Küche außerdem aus allen Winkeln, bevor irgendetwas abgebaut wird. Diese Fotos helfen beim Wiederaufbau enorm. Bei einer Besichtigung vor dem Umzug schauen wir uns Küche und neue Räume gern gemeinsam mit Ihnen an und sagen Ihnen offen, ob und wie die Mitnahme sinnvoll ist.

Ausräumen und Geräte vorbereiten
Alle Schränke müssen vor dem Abbau komplett leer sein. Das klingt selbstverständlich, wird aber gern bis zum letzten Tag aufgeschoben, weil man die Küche ja noch benutzt. Planen Sie deshalb ein paar Tage mit einfacher Verpflegung ein und packen Sie Küchenutensilien frühzeitig ein.
Den Kühlschrank sollten Sie mindestens 24 Stunden vor dem Transport abtauen, die Tür offen stehen lassen und gründlich trocknen. Die Spülmaschine braucht ein paar Stunden, damit das Restwasser vollständig abläuft. Und reinigen Sie den Backofen, solange er noch eingebaut ist. Das ist im neuen Zuhause deutlich mühsamer.
Anschlüsse lösen: was Sie dürfen und was Profis überlassen bleibt
Beim Abbau einer Küche geht es nicht nur um Schrauben. Wasser, Strom und gegebenenfalls Gas müssen fachgerecht getrennt werden. Das Abklemmen von Wasserzuläufen und Abflüssen ist mit etwas Geschick machbar, wenn Sie vorher den Haupthahn schließen und einen Eimer bereitstellen.

Beim Strom wird es ernst: Ein Elektroherd mit Starkstromanschluss darf nur von einer Elektrofachkraft angeschlossen werden, und das gilt entsprechend auch für das Abklemmen. Bei Gasherden ist es noch eindeutiger, hier ist ausschließlich ein zugelassener Fachbetrieb zuständig. Das ist keine Formalie, sondern eine Frage Ihrer Sicherheit und des Versicherungsschutzes. Wir koordinieren das auf Wunsch für Sie mit.
Der Abbau: von oben nach unten
Beim eigentlichen Abbau gehen wir immer in derselben Reihenfolge vor. Zuerst werden Geräte ausgebaut, also Backofen, Kochfeld, Spülmaschine und Kühlschrank. Danach folgen die Oberschränke, dann die Arbeitsplatte, zum Schluss die Unterschränke. Blenden, Sockelleisten und Griffe werden vorher abgenommen und separat verpackt, weil sie beim Transport am leichtesten beschädigt werden.
Alle Schrauben, Dübel und Kleinteile kommen in beschriftete Beutel, die direkt am zugehörigen Schrank befestigt werden. Jeder Schrank bekommt außerdem eine Nummer, die auf dem Grundriss wiederzufinden ist. Klingt pedantisch, spart beim Aufbau aber Stunden.
Ein Punkt, der oft vergessen wird: Silikonfugen und Wandabschlussleisten. Die Fugen zwischen Arbeitsplatte und Wand lassen sich nicht mitnehmen, sie werden beim Abbau vorsichtig herausgeschnitten und in der neuen Wohnung neu gezogen. Wandabschlussleisten dagegen sind wiederverwendbar, wenn man sie behutsam löst. Denken Sie auch an die Wand selbst. Nach dem Abbau bleiben Dübellöcher und manchmal helle Stellen hinter den Oberschränken zurück, die vor der Übergabe der alten Wohnung verspachtelt und gestrichen werden sollten.
Transport: Fronten und Arbeitsplatten schützen
Die empfindlichsten Teile einer Küche sind Fronten, Arbeitsplatten und Glaselemente. Hochglanzfronten zerkratzen schnell, Kanten von Arbeitsplatten brechen bei einem falschen Stoß aus. Wir wickeln solche Teile einzeln in Decken oder Luftpolsterfolie und transportieren Arbeitsplatten hochkant, gut gesichert an der Wand des Transporters.
Große Geräte wie Kühlschränke werden grundsätzlich stehend transportiert. Nach dem Transport sollte ein Kühlschrank mehrere Stunden ruhen, bevor Sie ihn einschalten, damit sich das Kühlmittel wieder setzen kann. Die genaue Wartezeit steht in der Bedienungsanleitung des Herstellers.
Wenn die neue Küche noch nicht bereit ist
Es kommt häufiger vor, als man denkt: Die alte Wohnung muss geräumt werden, aber die neue ist noch nicht fertig renoviert, oder die Küche soll erst nach dem Streichen und Fliesen eingebaut werden. In diesem Fall können wir die Küche für einige Tage oder Wochen einlagern. Wie das funktioniert und was es kostet, haben wir in unserem Beitrag zur Zwischenlagerung beim Umzug ausführlich beschrieben.
Der Aufbau in der neuen Wohnung
Der Aufbau läuft genau umgekehrt: erst Unterschränke ausrichten, dann Arbeitsplatte auflegen, danach Oberschränke und zum Schluss die Geräte. Der wichtigste Arbeitsschritt ist das exakte Ausrichten der Unterschränke mit der Wasserwaage. In Berliner Altbauten sind Böden selten ganz gerade, und schon wenige Millimeter Gefälle sorgen dafür, dass Türen nicht mehr schließen oder die Arbeitsplatte später kippelt.

Oberschränke müssen sicher an der Wand befestigt werden. Prüfen Sie vorher, aus welchem Material die Wand besteht, denn Gipskarton braucht andere Dübel als Ziegel oder Beton. Muss die Arbeitsplatte gekürzt oder für eine neue Spüle ausgeschnitten werden, ist das ein Job für erfahrene Hände. Ein falscher Schnitt lässt sich nicht rückgängig machen. Tests und Hinweise zu Haushaltsgeräten, die bei einem Umzug oft gleich mit ersetzt werden, finden Sie übrigens bei der Stiftung Warentest.
Was kostet ein Küchenumzug?
Die Kosten hängen stark von Größe und Bauart der Küche ab, und davon, wie viel angepasst werden muss. Eine einfache Küchenzeile ist in wenigen Stunden ab- und wieder aufgebaut. Eine große L- oder U-Küche mit Hochschränken, Einbaugeräten und neuer Arbeitsplatte kann dagegen ein bis zwei volle Arbeitstage beanspruchen. Dazu kommen gegebenenfalls Elektriker, Installateur und neues Material.
Wir erstellen Ihnen gerne ein Angebot, in dem Abbau, Transport und Aufbau der Küche einzeln aufgeführt sind. So sehen Sie genau, wofür Sie bezahlen, und können entscheiden, ob sich die Mitnahme für Sie lohnt. Welche weiteren Arbeiten wir rund um den Umzug übernehmen, finden Sie auf unserer Seite zu den Leistungen.
Häufig gestellte Fragen
Lohnt es sich, eine Einbauküche mitzunehmen?
Bei einer hochwertigen, relativ neuen Küche, die gut in den neuen Raum passt, meistens ja. Bei alten Küchen oder stark abweichenden Maßen ist ein Verkauf an den Nachmieter oder eine Neuplanung oft wirtschaftlicher.
Darf ich meinen Elektroherd selbst anschließen?
Herde mit Starkstromanschluss sollten nur von einer Elektrofachkraft angeschlossen werden. Gasgeräte dürfen ausschließlich von einem zugelassenen Fachbetrieb angeschlossen werden.
Wie lange muss ein Kühlschrank nach dem Transport stehen?
Das hängt vom Gerät ab. Viele Hersteller empfehlen mehrere Stunden Ruhezeit, bevor das Gerät eingeschaltet wird. Die genaue Angabe finden Sie in der Bedienungsanleitung.
Wie lange dauert der Ab- und Aufbau einer Küche?
Eine einfache Küchenzeile ist in wenigen Stunden erledigt. Große Küchen mit Anpassungen können ein bis zwei Arbeitstage in Anspruch nehmen.

